Unser Urlaub in diesem Jahr neigt sich dem Ende zu. Diesmal haben wir das Elsass besucht. Von dem schönen Städtchen Obernai aus haben wir Straßburg, Colmar, Breisach, Eguisheim und die Vogesen erkundet. Eindrücke unserer Reise haben wir hier in Bildern festgehalten. Die kulinarischen Erlebnisse waren in diesem Jahr elsässisch-deftig geprägt. Einige Ideen, wie Tartine d’obernoise und Baeckeoffe, für die wir unseren Römertopf gut gebrauchen können, werden sicherlich Einzug in unser Menü finden.
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Der Römertopf – unterschätztes Multitalent aus Ton
Hinweis: „Römertopf®“ ist eine eingetragene Marke. Dieser Beitrag steht in keiner Verbindung zum Markeninhaber.
Vorsicht bei der Handhabung!
In vielen Haushalten fristet er ein Schattendasein im Keller oder versteckt im Küchenschrank. Vielleicht wird er ein Mal im Jahr aus seinem Versteck geholt. Dabei wird er völlig unterschätzt, denn beim Schmoren, Dünsten oder Braten bildet er im Ofen mit geschlossenem Deckel eine ganz besondere Gar-Atmosphäre.




In vielen Gastroküchen stehen dafür sehr teure Kombidämpfer, mit denen sich Heißluft und Feuchtigkeit kombinieren lassen. Römertöpfe gibt es dafür schon für den schmalen Geldbeutel bei eBay.
Allerdings hat der Römertopf seine Eigenheiten. Wer sie kennt, hat ein vielseitiges Werkzeug. Wer die Bedienungsanleitung ignoriert, riskiert einen Riss im Ton.
WeiterlesenMittagstisch in Wilhelmshaven – unsere aktuelle Mittagstafel
Unsere Mittagstafel – frisch geschrieben, täglich neu
Bei uns im Restaurant Artischocke beginnt jeder Mittag mit einem Stück Kreide und einer leeren Tafel. Was darauf landet, richtet sich nach dem, was Markt und Saison hergeben – ehrlich, schnörkellos und oft mit französischer Handschrift.
WeiterlesenRhabarber – klassisch französisch, kopfüber gebacken.
Frisch geerntet, wanderte diese Woche Rhabarber als Tarte Tatin in den Ofen. Der hatte gerade Saison und ersetzte deshalb die Äpfel. Einen Anteil am Geschmack hatte sicherlich der Karamell und der hausgemachte Vanillezucker. Das Ergebnis überraschte trotzdem. Die Tarte war mild und weniger sauer als erwartet.

Unser Rhabarber wuchert dieses Jahr wie nie zuvor. Selbst das Unkraut kann nicht mithalten, was wirklich beeindruckend ist! Vermutlich liegt es daran, dass ich ihn letztes Jahr kaum geerntet habe. Auf den sauren Kram hatte ich einfach keine Lust. So konnte die Pflanze ungestört Sonne tanken und Kraft sammeln.
WeiterlesenFeldsalat
Warum heißt er „Feldsalat“, „Rapunzel“, „Ackersalat“, „Nüsslisalat“?
Der Feldsalat (Valerianella locusta) hat viele Namen, die alle auf seine Eigenschaften oder sein Vorkommen zurückgehen:
Feldsalat/Ackersalat: Diese Namen beschreiben seinen natürlichen Lebensraum. Die Pflanze wächst wild auf Feldern und Äckern, besonders als Beikraut in Getreidefeldern und auf Brachflächen. „Feld“ und „Acker“ verweisen direkt auf diese Herkunft.
Rapunzel: Dieser märchenhafte Name kommt vom lateinischen „rapum“ (Rübe) oder vom mittelhochdeutschen „rapunzel“ (kleine Rübe). Die Bezeichnung könnte sich auf die leicht verdickten Wurzeln beziehen oder einfach eine alte Bezeichnung für essbare Wildpflanzen sein. Im Grimm’schen Märchen „Rapunzel“ ist übrigens genau diese Pflanze gemeint, nach der sich die schwangere Frau so sehr sehnt!
Nüsslisalat (schweizerdeutsch, auch „Nüsschen“): Der Name bezieht sich auf den Geschmack – Feldsalat hat tatsächlich ein leicht nussiges Aroma. In manchen Regionen wird er auch „Nüssler“ oder „Nüssli“ genannt.
Weitere regionale Namen wie „Vogerlsalat“ (Österreich, von „Vogerl“ = Vögelchen), „Mausohrsalat“ oder „Lämmchensalat“ spielen auf die Form der kleinen, rundlichen Blätter an.
All diese Namen sind über Jahrhunderte in verschiedenen deutschsprachigen Regionen entstanden und werden bis heute parallel verwendet.
WeiterlesenAktuelle Notizen
Wir teilen unsere aktuelle „Ipad-Menü-Notizen“ direkt aus der Küche. Sie zeigen, was wir planen, probieren und manchmal auch wieder verwerfen.
Diese Notizen sind so lebendig wie unsere Küche. Was morgens steht, kann abends schon Geschichte sein. Wir freuen uns, wenn Sie einfach fragen, was gerade auf dem Tisch landet.
Gerne hier klicken und in Goodnotes live unsere Planung für den Tag verfolgen.

Caesar Salad
Er wurde in Mexiko erfunden – und der Alkohol war schuld daran.
Der Caesar Salad wurde nicht in Italien erfunden, wie man anhand der Zutaten vermuten könnte. Vielmehr wurde er am 4. Juli 1924 im mexikanischen Tijuana zum ersten Mal zubereitet. Dies geschah mitten in der Prohibitionszeit, als in den USA der Ausschank von Alkohol verboten war. Amerikaner strömten damals in Scharen nach Mexiko, um dort Alkohol zu trinken, zu feiern, zu spielen und gut zu essen. Gut gegessen wurde damals im „In-Italiener“ seiner Zeit, dem Restaurant Caesar’s. Es wurde von Caesar Cardini geführt, einem italienischen Einwanderer und Improvisationskünstler. Als an diesem Unabhängigkeitstag der Gästeansturm enorm und die Küche fast leer gekocht war, zauberte Cardini aus den letzten Zutaten einen Salat, der frisch, herzhaft und unerwartet war.
Zurück aus Arcachon – mit Sand in den Schuhen und um viele Eindrücke reicher.
Der Ernst des Lebens hat uns wieder – und ehrlich gesagt, wir freuen uns darauf. Denn dieser Sommerurlaub war nicht nur eine Auszeit, sondern auch ein kleines Abenteuer voller Inspiration und neuer Ideen. Und das Beste daran: Wir haben einiges mitgebracht. Nicht nur ein neues Austernmesser – sondern auch frische Gedanken für unsere Menükarte.
Sonne, Strand und Austernfischer
Unsere Reise führte uns in diesem Jahr an die Atlantikküste, nach Arcachon. Zwischen langen Spaziergängen und salziger Meeresluft wagten wir uns an ein Thema heran, das schon lange auf unserer Liste stand: Austern.
Doch wie das mit neuen Erfahrungen so ist – man braucht ein wenig Mut. Die eine war sofort begeistert: Geschmack, Textur, Frische – alles ein Gedicht. Der andere blieb zurückhaltend, aber neugierig. Und das ist völlig in Ordnung. Genuss beginnt schließlich dort, wo man sich traut, etwas Neues zu probieren.
Austern – Mutprobe mit Meeresaroma
Man muss Austern nicht lieben. Aber man sollte sie einmal gekostet haben. Denn jede Erfahrung bereichert – selbst (oder gerade) dann, wenn sie uns herausfordert. Wer weiß, vielleicht ist der zweite oder dritte Versuch der Beginn einer kleinen kulinarischen Romanze?
WeiterlesenSel épicé
Sel épicé – Ein stiller Held der Küche
Gefunden haben wir das Rezept in einem Klassiker – La Cuisine Française von Elizabeth David. Unauffällig, fast beiläufig notiert. Doch einmal ausprobiert, gehört es nun zum festen Inventar. Ein Gewürzsalz, das keinen Lärm macht, aber viel kann.


Zwei Reihen Spinat
Zwei Reihen junges Glück sprießen in unserem Hochbeet – dicht an dicht, zart und knackig, so wie wir ihn lieben – Spinat im Babyformat. Nicht gekocht, nicht zerdrückt – sondern roh und bereit, als Garnitur oder Salat auf unseren Tellern in Szene gesetzt, zu werden.

Dabei ist Spinat ein alter Hase. Schon im 9. Jahrhundert brachten ihn arabische Gärtner über Spanien nach Europa. Später fand er Eingang in die französische Hofküche – ein Ritterschlag, dem selbst Sonnenkönige nicht widerstehen konnten.
Spinat wurde in der französischen Küche beliebt. Catherine de’ Medici soll ihn aus Italien mitgebracht haben – viele „à la Florentine“-Gerichte sind ihr zugeschrieben. Madame de Pompadour schwor angeblich auf Spinat mit Butter, doch wir vermuten sie schwärmte eher für den Koch.

Dass Spinat stark macht ist auch eine Geschichte aus der Geschichte. Diese verdanken wir einem Kommafehler. Der Eisenwert wurde im 19. Jahrhundert schlicht falsch berechnet. Nur Popeye der Seemann erlangte bisher übermenschliche Kräfte durch den Verzehr von Dosenspinat. Uns genügt heute der feine Geschmack der jungen Blätter, ein Spritzer Zitrone, vielleicht ein Hauch Fleur de Sel.
Der Rest ist wie immer bei uns Geschmackssache.
Und ein bisschen Gärtnerstolz.








