Frisch geerntet, wanderte diese Woche Rhabarber als Tarte Tatin in den Ofen. Der hatte gerade Saison und ersetzte deshalb die Äpfel. Einen Anteil am Geschmack hatte sicherlich der Karamell und der hausgemachte Vanillezucker. Das Ergebnis überraschte trotzdem. Die Tarte war mild und weniger sauer als erwartet.

Unser Rhabarber wuchert dieses Jahr wie nie zuvor. Selbst das Unkraut kann nicht mithalten, was wirklich beeindruckend ist! Vermutlich liegt es daran, dass ich ihn letztes Jahr kaum geerntet habe. Auf den sauren Kram hatte ich einfach keine Lust. So konnte die Pflanze ungestört Sonne tanken und Kraft sammeln.
Jeden Herbst staune ich aufs Neue, wie dieser Gigant vollständig im Boden verschwindet. Es wirkt, als sauge er all seine Energie aus den Stangen und Blättern ein, um Winterschlaf zu halten und im Frühjahr als einer der Ersten wieder durchzustarten. Dann zeigt sich, wie viel Kraft er aus dem letzten Jahr schöpfen konnte.
In diesem Jahr darf ich mich jedenfalls über ordentlich dicke Stangen freuen. Ab Mitte Juni werde ich ihm wieder Ruhe gönnen, damit die Ernte im nächsten Jahr genauso üppig ausfällt wie in diesem. Außerdem braucht, ab Johanni (24. Juni), nicht nur die Pflanze eine Pause sondern auch der Gärtner. Die Oxalsäure steigt in den Stangen stetig an. Die ist nicht förderlich für die Gesundheit und den Geschmack. Beides gute Gründe, um den Rhabarber ab dann in Frieden zu lassen.
