Feldsalat

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Warum heißt er „Feldsalat“, „Rapunzel“, „Ackersalat“, „Nüsslisalat“?

Der Feldsalat (Valerianella locusta) hat viele Namen, die alle auf seine Eigenschaften oder sein Vorkommen zurückgehen:

Feldsalat/Ackersalat: Diese Namen beschreiben seinen natürlichen Lebensraum. Die Pflanze wächst wild auf Feldern und Äckern, besonders als Beikraut in Getreidefeldern und auf Brachflächen. „Feld“ und „Acker“ verweisen direkt auf diese Herkunft.

Rapunzel: Dieser märchenhafte Name kommt vom lateinischen „rapum“ (Rübe) oder vom mittelhochdeutschen „rapunzel“ (kleine Rübe). Die Bezeichnung könnte sich auf die leicht verdickten Wurzeln beziehen oder einfach eine alte Bezeichnung für essbare Wildpflanzen sein. Im Grimm’schen Märchen „Rapunzel“ ist übrigens genau diese Pflanze gemeint, nach der sich die schwangere Frau so sehr sehnt!

Nüsslisalat (schweizerdeutsch, auch „Nüsschen“): Der Name bezieht sich auf den Geschmack – Feldsalat hat tatsächlich ein leicht nussiges Aroma. In manchen Regionen wird er auch „Nüssler“ oder „Nüssli“ genannt.

Weitere regionale Namen wie „Vogerlsalat“ (Österreich, von „Vogerl“ = Vögelchen), „Mausohrsalat“ oder „Lämmchensalat“ spielen auf die Form der kleinen, rundlichen Blätter an.

All diese Namen sind über Jahrhunderte in verschiedenen deutschsprachigen Regionen entstanden und werden bis heute parallel verwendet.

Darum ist er ein klassischer Wintersalat.

Er ist frosthart: Feldsalat (botanisch: Valerianella locusta) verträgt Temperaturen bis etwa –10 °C, manchmal sogar darunter.
Seine kleinen, bodennahen Rosetten schützen das Herz der Pflanze vor Kälte. Während andere Salate schlappmachen, bleibt er knackig.

Er wächst bei wenig Licht: Im Winter sind die Tage kurz – viele Pflanzen stellen das Wachstum ein.
Feldsalat kommt mit wenig Licht aus und wächst langsam, aber stetig weiter. Perfekt für Spätherbst bis zeitiges Frühjahr.

Er liebt kühle Böden: Optimale Keimtemperatur: ca. 10–15 °C.
Im Sommer schießt er schnell in die Blüte – im Herbst und Winter bleibt er kompakt und zart.

Er ist ein „Nachzügler“ im Beet:
Aussaat: August bis Oktober
Ernte: November bis März

Damit schließt er genau die Lücke, wenn sonst wenig Frisches wächst – ideal für unseren Küchengarten.

Sein Aroma wird im Winter besser: Kälte fördert die Bildung von Zucker und Aromastoffen.
Darum schmeckt Winter-Feldsalat oft nussiger und intensiver als Herbstware.

Feldsalat in der französischen Küche.

Feldsalat hat in der französischen Küche eine lange und geschätzte Tradition, wo er unter dem Namen „mâche“ (manchmal auch „doucette“ oder „raiponce“) bekannt ist.

Historische Bedeutung: In Frankreich wird Feldsalat seit Jahrhunderten kultiviert und geschätzt. Er galt traditionell als feiner Wintersalat, der in der kalten Jahreszeit frisches Grün auf den Tisch brachte, wenn andere Salate nicht verfügbar waren.

Klassische Zubereitungen: Die französische Küche behandelt mâche mit großer Sorgfalt. Typische Zubereitungen sind:

  • Salade de mâche aux noix: mit Walnüssen, oft mit einer leichten Vinaigrette aus Walnussöl
  • Mit Speckwürfeln (lardons) und warmem Dressing
  • Mit Rote Bete und Ziegenkäse
  • Als Beilage zu Wild- und Geflügelgerichten
  • In gehobenen Restaurants oft als delikater Bestandteil gemischter Salate

Regionale Bedeutung: Besonders in der Loire-Region hat der Anbau von mâche Tradition. Nantes ist ein wichtiges Anbaugebiet, und „mâche nantaise“ ist eine geschützte Sortenbezeichnung.

Kulinarische Wertschätzung: Die Franzosen schätzen besonders die zarten, butterweichen Blätter und den milden, leicht nussigen Geschmack. Mâche gilt als delikater, eleganter Salat und wird entsprechend behandelt. Mit zurückhaltenden Dressings, die den feinen Eigengeschmack nicht überdecken.In Frankreich serviert man den Salat oft nach dem Hauptgang, besonders bei klassischen Menüs. Er dient dann als eleganter Übergang vom deftigem Essen hin zur Käseplatte, die immer vor dem Dessert gereicht wird.

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